ZDE Podcast 251: Wie sieht digitales Instore Marketing 2026 aus, Amit Chatterjee?
Digital Signage war vor rund 15 Jahren der Startpunkt für die Digitalisierung am Point of Sale. Heute geht es längst um viel mehr: Retail Media, künstliche Intelligenz, Sensorik, vernetzte Stores und digitale Erlebniswelten verändern den stationären Handel. Worauf kommt es in diesen Zeiten an?
Folge direkt anhören:
Die Shownotes:
Gemeinsam mit Amit Chatterjee, Manager Presales Solutions Display bei Samsung, werfen wir einen Blick darauf, was heute bereits möglich ist und wohin sich die Digitalisierung im Store entwickeln könnte.
Wie wird aus einem Verkaufsraum ein echter Erlebnisort? Wie lassen sich digitale Touchpoints für Retail Media monetarisieren? Und wie können Händler mithilfe von Sensorik und Daten Inhalte genau dann ausspielen, wenn sie für Kundinnen und Kunden relevant sind?
Außerdem geht es um Analytics und ROAS, die Verbindung von Hardware und Software, KI im Store sowie digitale Lösungen, die nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeitende unterstützen – von E-Paper-Displays bis hin zu Smartwatches und mobilen Endgeräten.
Und natürlich schauen wir auch nach vorne: Wie sieht der Store im Jahr 2035 aus? Werden dort noch Menschen beraten oder übernehmen Avatare und digitale Systeme? Amit hat dazu eine klare Vorstellung.
In dieser Folge geht es unter anderem um:
- Die Entwicklung von Digital Signage bis zum intelligent vernetzten Store
- Retail Media als neues Erlösmodell für den stationären Handel
- Erlebnis statt „Umsatz pro Quadratmeter“
- Sensorik und personalisierte Inhalte am Point of Sale
- KI und Daten unter Berücksichtigung der DSGVO
- Analytics und die Messbarkeit von Retail-Media-Kampagnen
- Samsung VXT und offene Schnittstellen
- E-Paper-Displays zur Entlastung von Mitarbeitenden
- Mobile Devices und Smartwatches im Store
- Das Samsung Spatial Display für den Fashionhandel
- Sound und Auracast als neue Möglichkeiten für die Kundenansprache
- Die Zukunft des stationären Handels und die Rolle von Menschen und Technologie
Zu Gast: Amit Chatterjee, Samsung Electronics
Host: Frank Rehme
Was bleibt am Ende? Der Store der Zukunft wird digitaler – aber nicht unbedingt unpersönlicher. Technologie kann Informationen, Prozesse und Kommunikation übernehmen. Das persönliche Erlebnis und die menschliche Beratung bleiben jedoch wichtige Bestandteile des stationären Handels.
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Die Folge zum Nachlesen
Transkript – Folge #251
Digitalisierung im Store – was bringt die Zukunft?
Frank Rehme:
Ja, und da haben wir eine neue Folge unseres Retail Innovation Radios.
Heute zu dem Thema: Digitalisierung im Store – und was bringt die Zukunft?
Wir haben ein komplett neues Zeitalter der In-Store-Digitalisierung eigentlich aufgeschlagen.
Wenn wir uns mal anschauen: Das ganze Thema ist ja vor gut 15, 18 Jahren ungefähr ins Leben gerufen worden, wo wir damals mit dem Begriff Digital Signage das Thema Digitalisierung im In-Store-Marketing letztendlich unterbringen wollten.
Da kann ich auch noch mal kurz einen Flashback geben.
Ich hatte damals mit der Silke Reichenbach 2008, 2009 zu dem Thema den ersten Podcast gemacht, den wir auf die Beine gestellt haben. Der hatte sich genau mit dem Thema beschäftigt und der hieß „PodMeDigital“.
Sind sicherlich noch einige Folgen im Internet irgendwo vorhanden.
Ja, dann sieht man ja, dass letztendlich Retail Media jetzt auf einmal neue Erlösmodelle für den Handel bringt. Und da wird natürlich der Handel dann auf einmal sehr hellhörig, wenn er seine Touchpoints auch vermarkten kann – digital wie auch analog.
Und dann kommt auch noch künstliche Intelligenz auf einmal ins Spiel, was wieder komplett neue Impulse setzt, wie ich Kunden im Store direkt aktivieren kann.
Und ich wollte mal schauen: Welchen Überblick kann man eigentlich geben zu diesem Thema? Und habe mir mal einen Experten gesucht und habe den auch gefunden.
Den habe ich jetzt hier am Mikrofon und Amit Chatterjee wird uns jetzt gleich ein paar Insights geben, was es denn dort alles Neues gibt.
Also erst mal, Amit, herzlich willkommen bei uns im Podcast.
Amit Chatterjee:
Ja, vielen Dank, lieber Frank. Freut mich sehr, dass ich heute bei euch sein kann und ein bisschen mit dir plaudern darf.
Frank Rehme:
Amit, für die Hörerinnen und Hörer, die dich nicht kennen, sag doch mal ein paar Sätze zu dir.
Amit Chatterjee:
Ja, mein Name ist Amit Chatterjee. Ich bin 47 Jahre alt, habe zwei kleine Kinder und eine Familie, lebe in Berlin, komme ursprünglich aus Frankfurt. Das hört man vielleicht manchmal durch.
Und bin im Bereich Displays bei Samsung angestellt als Pre-Sales Manager, bin jetzt im 18. Jahr schon bei Samsung. Also kenne auch schon ein paar Produkte von uns und ein paar Technologien und freue mich, hier zu sein.
Ich unterstütze unsere Sales Teams mit meinem kleinen Team in verschiedensten Projekten im Vorfeld und höre mir eben an, was die Kunden machen möchten und schaue dann, was aus unserem Portfolio da gut passen kann.
Und eben, wie du schon gesagt hast: 2008, 2009 haben wir auch angefangen mit Digital Signage, mit einer eigenen Software, mit MagicINFO, um eben genau diesen Pain Point und diesen Need der Kunden, dass sie Digitalisierung im Handel betreiben wollten, entsprechend auch zu adressieren. Und das hat sich bislang sehr gut weiterentwickelt.
Frank Rehme:
Ja, aber von damals zu jetzt hat sich ja einiges verändert.
Damals war E-Commerce noch am Anfang gewesen, sehr stark. Und der stationäre Handel ist ja dadurch, dass eben E-Commerce auch nach vorn geprescht ist, sehr stark im Umbruch.
Man redet ja jetzt nicht mehr so stark von Umsatz pro Quadratmeter, sondern viel mehr von Erlebnis pro Quadratmeter. Und Erlebnis darf natürlich auch digital sein.
Wir wollen ja diese Wandlung zum dritten Ort, wie man immer sagt.
Für die, die mit dem Begriff nichts anfangen können: Der erste Ort ist immer das Zuhause, der zweite Ort sollte sein, wo man sich auch wohlfühlt, auf der Arbeitsstelle, und der dritte Ort natürlich dann irgendwo anders draußen.
Und das ist die Aufgabe, die der Handel hat: immer mehr zum dritten Ort zu werden.
Und damit: Wie kann man das denn hinkriegen?
Amit Chatterjee:
Genau. Also wir haben das ja die letzten Jahre beobachtet, dass die Innenstädte natürlich ein bisschen gelitten haben, dadurch, dass ich alles von zu Hause online sehr einfach und komfortabel bestellen kann.
Und da hat sich eben die Frage gestellt: Wie kann ich denn das nutzen, dass ich so einen tollen Platz habe? Wie kriege ich denn die Leute wieder in meinen Store rein?
Und da ist dieser Erlebnisraum eben das, was entscheidend ist.
Und durch digitale Technologien, wie Displays oder wie LED-Wände oder Ähnliches, kann ich es eben schaffen, dass ich so einen Wow-Effekt bekomme und dass die Kunden oder die Menschen dann quasi in die Stores gehen, weil sie einen „Instagramable Moment“ produzieren möchten, zum Beispiel, wie man auch so schön sagt mittlerweile.
Und ich glaube, das ist so ein bisschen das, was den Mehrwert bietet, dass wir Displays nicht nur dazu nutzen, dass wir die Preise anzeigen, was ist diese Woche im Angebot, sondern dass wir einen Mehrwert schaffen und die Kunden in eine Welt entführen, wo sie einfach mal woanders sind.
Und nicht in der Innenstadt von Frankfurt oder Innenstadt von Berlin, sondern vielleicht an der Küste Spaniens oder Italiens und dort das Gefühl haben: Ich kaufe jetzt hier was in aller Ruhe oder ich habe hier eine schöne Technologie, die ich mir angucken möchte.
Und das ist, glaube ich, das, was man schaffen kann mit diesen Technologien und wo wir entsprechend Produkte haben, die dazu beitragen können, so eine Erlebniswelt zu schaffen am Ende des Tages.
Frank Rehme:
Ja, da sagst du ja einen wichtigen Punkt auch, der sich so aus der Digital-Signage-Blase ja auch losgelöst hat.
Und zwar hat ja dann auch die Ladenbau-Fraktion entdeckt, wie wichtig Displays sind, um Applikationen in einem Laden zu verbreiten.
Ich war in Storechecks unterwegs in Paris und natürlich geht man da zur Champs-Élysées und da habe ich einen Laden gesehen. Lancôme werde ich nie vergessen.
Den habe ich auch bei uns auf einem YouTube-Kanal noch mal abgefilmt und den kann man da auch finden.
Lancôme hat einen Laden gebaut, der nur aus Displays besteht. Also die Wände sind komplett nur Displays und da läuft ein Content drauf.
Der ist göttlich.
Die haben die Stadt mit aufgenommen, wo Pingpong über die Dächer, über den Arc de Triomphe geht und den Eiffelturm dann hochklettert und solche Sachen. Also wirklich total toll.
Man hat wirklich ein Erlebnis gehabt.
Jetzt muss natürlich so ein Brandstore an der Champs-Élysées kein Geld verdienen, sondern der muss nur zur Markenbildung da sein.
Aber davon kann man viele Elemente mit in den normalen Store übernehmen.
Sprich: Wir kommen ja jetzt von einer Angebotskommunikation über digitale Einbauten hin zu auf einmal Ambiente schaffen.
Und da sehen wir natürlich auch, dass so dieser Teil des Ladenbaus den dritten Ort sehr stark mit unterstützt.
Amit Chatterjee:
Definitiv, definitiv.
Und wir sind auch in diesem Jahr bei dem Kongress der Ladenbauer gewesen tatsächlich und haben da auch ein bisschen was dazu erzählt zu den Displays, zu unserem neuen Spatial Display, aber auch zu der Vernetztheit.
Das ist ja auch das Thema, dass ich so einen Laden zwar digital ausstatten kann, aber wir können eben noch mehr bieten.
Wir können unterstützen dabei, das alles miteinander zu vernetzen.
Und du hast es vorhin schon mal gesagt: Erlebnisort.
Ich komme da rein und es passiert was, wenn ich reinkomme.
Das heißt, du kannst Sensorik verwenden, dass, wenn ich mich einem Produkt nähere oder einem Bereich nähere, dass dann der generische Inhalt umspringt auf einen spezifischen Inhalt, der genau zu dem Produkt passt, vor dem ich stehe und der mich dann darüber informiert.
Und somit kann ich das auch noch mal aufteilen, dass ich sage: Ich habe zum einen vielleicht generischen Content, der mir Geld reinbringt, also das Retail-Media-Thema.
Und zum anderen habe ich aber einen spezifischen Content, der genau zu dem Produkt passt, wo jetzt ein Kunde davor steht oder der jetzt gerade ins Regal gegriffen hat.
Und ich gesagt bekomme, wo die Baumwolle davon gesponnen worden ist oder was auch immer.
Also das kann man eben auch ermöglichen und in einem kompletten Store managen, einen kompletten Store steuern und am Ende natürlich auch eine Analyse bekommen.
Wo habe ich die meiste Verweildauer gehabt? Welche Kampagnen haben funktioniert?
Das sind ja alles so Bausteine, die wir damit einbringen können, damit ich am Ende den Laden anders managen kann und andere Erkenntnisse daraus ziehen kann, als ich das bisher gemacht habe.
Frank Rehme:
Ja, du hast gerade hier auch sehr stark das Thema Retail Media angesprochen. Haben wir jetzt auch in vielen Beiträgen, Podcasts und auch Artikeln bei uns, auch Zukunft des Einkaufens, mit drauf.
Retail Media ist ja wirklich so ein Boom, wo wirklich jetzt auch viele erkannt haben, dass in der Angebotskommunikation an den Touchpoints natürlich viel, viel Musik ist, was dann dementsprechend auch Vermarktung dieser Werbezeiten, Werbeflächen angeht.
Siehst du da etwas, wo man heutzutage sehr stark mit den Vernetzten, die du gerade angesprochen hast, auch in Zukunft noch weiterarbeiten kann?
Amit Chatterjee:
Ich denke ja, vor allem dadurch, dass wir heutzutage so viele IoT-Geräte haben, die miteinander kommunizieren können und somit ja auch Analysen stattfinden.
Wie viele Menschen sind tatsächlich da vor Ort gewesen? Wie viele Menschen habe ich tatsächlich durchschnittlich an einem Verkaufsort, in einem Store?
Da habe ich natürlich auch noch mehr Möglichkeiten, das granularer für die Kunden, die Werbekunden sozusagen, aufzusplitten.
Und durch die Digitalisierung, durch eben die intelligenten Geräte wie unsere Displays mit dem integrierten System-on-Chip, wo ich nicht noch zusätzliche Player oder Ähnliches brauche, ist es auch einfacher geworden, kleinere Slots zu buchen.
Ich muss keine Monatskampagne fahren, sondern ich kann vielleicht mir genau die zwei, drei, vier Tage vor dem Launch meines neuen Produktes aussuchen, wo ich werben will, an bestimmten Points of Sale, an bestimmten Orten, und die dann spezifisch buchen.
Also ich glaube, das wird noch granularer zukünftig.
Und wir sehen auch, dass das ein Modell ist, womit auch entsprechend Leute aus branchenfremden Orten, wie zum Beispiel Ladesäulenbetreiber, dann auch an Malls gehen und dort anklopfen und sagen: „Hier, wir bauen unsere Ladesäulen da auf. Wir haben da vielleicht auch ein Display. Wollen wir da entsprechend zusammenarbeiten?“
Und habt ihr da Interesse, dass wir bei euch dann auch noch ein paar installieren?
Also da gibt es auch solche Ansätze, weil es ein Geschäftsmodell ist, was zukünftig mit Sicherheit noch wachsen wird.
Frank Rehme:
Ja, da sind wir bei so einem Punkt: einmal dieses ganze Thema prädiktiv zu wissen, was der Kunde kaufen sollte oder will.
Wenn er vorne seinen Wagen an die Ladesäule ansteckt, ist hinzu, dass wir natürlich aufgrund dessen, dass wir den Kunden kennen, auch wissen: Was können wir ihm jetzt vorschlagen?
Amazon macht das schon lange gut. Kunden, die das gekauft haben, haben auch das gekauft und so weiter.
Und da kann man natürlich gerade Produkte, die sehr stark impulsgetrieben sind, wie zum Beispiel im Lebensmittelhandel so Süßigkeiten oder, wenn ich jetzt in den Fashionhandel gehe, alles das, was mit Accessoires zu tun hat, da kann ich ja dann letztendlich auch noch unterbringen.
Und da ist ja KI sehr stark auch im Spiel, was dann aus einem Datentopf sich die Informationen holt.
Kann so etwas denn auch unter Berücksichtigung der DSGVO – das ist ja immer die erste Frage, die wir gestellt bekommen – kann so etwas damit auch abgebildet werden?
Amit Chatterjee:
Also es gibt ja verschiedene Wege, wie man so was machen kann.
Du hast das Beispiel genannt: Alles, was wir im Internet machen, da drücken wir auf eine kleine Box, da steht: „Erlauben Sie Cookies“, und dann wird alles gecheckt, was wir machen.
Und dann wundern wir uns, warum immer das, was ich mir vor zwei Wochen angeschaut habe, immer noch angezeigt wird.
Und ein ähnliches Prinzip könnte man auch auf den Handel anwenden, wenn man zum Beispiel Apps hat.
Viele Händler haben ja so Loyalitätsprogramme, wo ich Punkte sammeln kann oder Ähnliches oder Coupons bekomme.
Und das ist ja das gleiche Prinzip.
Ich willige in die AGBs ein und der Anbieter weiß, welche Produkte ich am liebsten kaufe, und kann mir dann Coupons davon bereitstellen.
Somit gehe ich öfter in den Laden.
Und wenn ich so was habe für meinen Laden, dann kann ich so was natürlich auch damit unterbringen und habe dann auch Zugriff auf die Kommunikation.
Es gibt große Möbelhäuser, die haben das WLAN zum Beispiel umsonst.
Wenn ich in den Laden reingehe, da muss ich ja auch die AGBs klicken.
Und in dem Zusammenhang ist so was schon möglich.
Man muss aber natürlich auch sich immer dessen bewusst sein, meiner Meinung nach, dass man das auch im Sinne des Endkunden macht.
Also das heißt, ich nutze die Daten wirklich dafür, dass ich Angebote gebe, die für ihn im Kontext stehen, und nicht ihn einfach nur mit ganz vielen Angeboten zuschmeiße, weil er jetzt gerade bei mir im Laden ist.
Also ich glaube, das wird wichtig, damit eine Akzeptanz entstehen kann, eine Relevanz entstehen kann und dass es auch angenommen wird am Ende des Tages.
Weil sonst sagen die Kunden: „Ich habe auch mein Internet von meinem Handyanbieter. Ich brauche jetzt euer WLAN nicht“, als Beispiel.
Also deswegen ist das, glaube ich, schon ganz wichtig.
Frank Rehme:
Ja, genau.
Es ist ja nichts Schlimmeres, als wenn ich einem Katzenbesitzer Hundefutter-Werbung aufs Smartphone spiele oder so.
Das ist ja wirklich der Punkt, der heutzutage viel, viel besser gemacht wird.
Jetzt sind wir ja bei dem Punkt auch: Wenn ich jetzt irgendwie mich als Konsumgüterindustrie irgendwo in so einen Store mit einbringe, um meine Informationen dort rüberzubringen, ich sage mal jetzt als Beispiel mit irgendwie Beispielwerbung oder so, kriege ich denn auch hinterher genug Analytics raus, um meinen sogenannten ROAS, den Return on Advertising Spend, irgendwie berechnen zu können?
Sind solche Analytics auch dementsprechend einfach möglich?
Amit Chatterjee:
Also bei uns ist es so: Wir haben ja auch ein komplettes Ökosystem, was Hardware und Software angeht.
Das heißt, wir haben mit VXT eine Softwareplattform, die dir ermöglicht, Contents auszuspielen, intelligente Playlists zu machen, aber auch triggergetrieben.
Also es heißt, es gibt einen Auslöser und dann wird ein entsprechender Content bespielt.
Da kannst du dir auf jeden Fall erst mal die Analytics holen.
Wann wurde welcher Content wie oft ausgespielt? Das ist schon mal auf jeden Fall klar.
Was du dann aber auch machen kannst mit zusätzlicher Sensorik und zusätzlicher Software, wo wir Schnittstellen haben, wo wir unsere Daten da einfließen lassen können.
Das heißt, da könntest du auch den gesamten Store betrachten und dann auch mit ins Warenwirtschaftssystem diese Daten rausziehen.
Wie viel habe ich denn von Produkt X, Y im Zeitraum vom 1. bis 15., wo die Kampagne lief, verkauft und wie ist der Vergleich zum Vormonat?
Das sind natürlich mehrere Komponenten, die dafür nötig sind, aber man kann sie mittlerweile eben miteinander verknüpfen über API-Schnittstellen, wo ich dann die Daten automatisiert in Reportings generieren kann.
Und da, wie du vorhin schon gesagt hast, kann auch KI entsprechend helfen, diese Daten aufzuarbeiten und dann in die entsprechenden Reportings zu schreiben.
Frank Rehme:
Ja, das sieht man mal.
Früher, ich weiß noch zu unserer Digital-Signage-Zeit, vor eben 15 Jahren ungefähr, da war immer so eine Unterteilung zwischen Hardware-Lieferanten, Software-Lieferanten. Das ist heute alles aus einer Hand, weil die Systeme passen einfach gut zusammen und können dann mit offenen Schnittstellen auch sogar Drittanbieter mit anknüpfen.
Amit Chatterjee:
Genau, das ist eben der Vorteil.
Wir haben das schon, wie gesagt, seit 2009. Wir hatten am Anfang MagicINFO. Das haben wir lange getrieben, weil wir eben die Hardware richtig kontrollieren wollten.
Also die Kunden wollten die Hardware richtig kontrollieren, dass du einschalten kannst, ausschalten kannst, sehen, ob das Gerät wirklich an ist oder nur der Player läuft und dann auch am Ende des Tages die Input-Quellen, also die Eingangsquellen, sperren, dass niemand einen USB-Stick anstöpseln kann und dann laufen irgendwelche Schmudelfilmchen im schlimmsten Fall.
Oder auch den Infrarot-Empfänger sperren, damit niemand das einfach umschalten kann, was ja auch manchmal vorkommt, wenn man dann so die Retail-Landschaft sich anschaut.
Und das sind so Sachen, warum wir das gemacht haben.
Mittlerweile seit fünf Jahren haben wir VXT. Vor fünf Jahren haben wir gesagt: Wir müssen was Neues entwickeln, und zwar VXT, damit wir eine Plattform bieten, wo auch unsere Softwarepartner, die ja jetzt schon mit dem SoC arbeiten können, mit unserem System-on-Chip in den Displays ihre Apps als – oder ihre Lösung als Apps – anbieten.
Das heißt, das ist wie von deinem Smartphone oder von deinem Tablet.
Du möchtest eine Funktion im Service-Bereich, zum Beispiel für Warteschlangen-Management. Das haben wir nicht originär in unserer VXT-Lösung, aber wir haben einen Partner, der das anbietet.
Und das kannst du dann trotzdem über unsere VXT-Oberfläche steuern und einbinden und dann kannst du das nutzen.
Und das ist genau die Idee, warum wir eben Software und Hardware anbieten, aber mit offenen Schnittstellen und auch mit Partnern, die dann auch mit dazu arbeiten können.
Plus eben Schnittstellen nach draußen, womit wir dann auch wieder die Kommunikation, das Reporting oder auch den Trigger – also dass du irgendein Event auslöst, wo dann entsprechend die Inhalte geändert werden oder was anderes angezeigt wird – das ist auch mittlerweile alles möglich.
Frank Rehme:
Jetzt ist ja nicht nur die Technologie da, um irgendwie Kunden zu bespaßen und Konsumgüterindustrie oder Werbende, sondern auch Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern.
Da ist ja gerade ein großes Problem im Handel. Wir haben echt ein Personalproblem. Wir müssen gucken, dass das Personal, was wir haben, effizienter arbeiten kann.
Welche Lösungen sind denn da mittlerweile noch zu erwarten? Oder schon da vielleicht?
Amit Chatterjee:
Genau. Also da haben wir zum Beispiel, wenn wir jetzt auch klassisch in Retail gucken, haben wir oftmals das Thema, dass da auch viel Papier verwendet wird.
Die Wochenangebote werden ausgedruckt. Irgendwelche Informationen zu Produkten werden neben dem Produkt ausgedruckt, hingestellt.
Das muss ja auch jemand dann immer wieder austauschen. Das kostet und bindet Ressourcen.
Und wir haben zum Beispiel unsere E-Paper-Displays.
Das sind Produkte, die wirklich nur Strom verbrauchen, wenn du den Inhalt änderst.
Und sobald der dargestellt wird, verbrauchen wir hier keinen Strom.
Und das kann ich eben für solche Informationen auch sehr gut nutzen.
Das heißt, überall, wo ich statische Informationen habe, wo ich keine Videos brauche, wo ich wirklich Informationen habe, wie Allergene zum Beispiel im Lebensmitteleinzelhandel – das verändert sich nicht minütlich – das kann ich da entsprechend nutzen.
Das sind solche Produkte.
Aber was wir natürlich auch anbieten dem Handel: nicht nur die Displays, wo dann die Preise oder die Angebote drauf sind.
Wir haben ja auch Mobiltelefone, wir haben Tablets, wir haben Smartwatches.
Und das ist auch was Spannendes für den Handel.
Es gibt eine Applikation, wo ich eine Smartwatch nutzen kann.
Und ich habe vielleicht irgendwo Buttons in meinem Store verteilt, wo ich sage: Ich möchte Hilfe.
Und dann geht bei den Mitarbeitenden, die gerade da sind, auf der Uhr eine Meldung rein.
„Hier, da braucht jemand an Sektion 3 Hilfe.“
Dann kann ich das annehmen und dann wird es bei den anderen wieder gelöscht.
Und dann laufe ich zu dem Kunden und kann ihn dann beraten.
Also auch da, um die Planung, um die Effizienz der vorhandenen Mitarbeitenden zu erweitern und zu verbessern, haben wir solche Geräte bis hin zu Smartphones, mit denen ich direkt alles machen kann.
Wir haben einen Use Case mit Douglas zum Beispiel.
Da haben die Mitarbeitenden das im Laden drin.
Die können Informationen abrufen, wie viele Produkte davon sind noch im Lager.
Die können zum einen Produktinformationen bekommen, dass sie den Kunden beraten können, und dann können sie letztendlich auch damit direkt bezahlen.
Also sie können eine Kartenzahlung absolvieren damit.
Und dann kann ich direkt den Kunden vollumfänglich begleiten bei seiner Customer Journey und habe dann vielleicht noch ein Upselling generiert, weil ich die Information auf meinem mobilen Endgerät bekomme:
Was passt zu welchem Produkt noch dazu?
Und habe dann eben einen Mehrwert geschaffen für den Endkunden, weil er sich gut beraten fühlt, und aber auch für den Mitarbeitenden, weil er die Kompetenz immer in der Tasche oder an seinem Handgelenk trägt, sozusagen.
Das ist eben auch noch eine Möglichkeit, die wir anbieten, wo wir auch sagen: Das ist halt der Vorteil von One Samsung Ansatz.
Wo wir sagen, wir haben von der Klimaanlage über den Kühlschrank für den Pausenraum entsprechend auch die intelligenten Geräte, die die Mehrwerte für die Mitarbeitenden auf der Fläche und auch für die Endkunden am Ende des Tages bieten.
Frank Rehme:
Ja, da bist du natürlich mit den Beispielen von Douglas richtig bei so einem Händler, der nur Produkte hat, mit denen man sich selbst belohnt.
Impulskauf pur.
Und da ist natürlich so diese digitale Anmache extrem wichtig auch dabei.
Amit Chatterjee:
Ja, das ist auch mal ein Beispiel vielleicht aus dem Fashion-Bereich.
Hat ja auch ein bisschen viel mit Selbstbelohnung zu tun.
Aber da ist ja natürlich die Schwelle manchmal ein bisschen größer.
Was kann man denn da einsetzen?
Für den Fashion-Bereich haben wir zum Beispiel ein ganz neues Produkt.
Das ist das Spatial Display.
Gibt es in 55, 85 und 32 Zoll.
Und das ist ein Display, was so ähnlich wie so eine Holo-Box ist.
Das heißt, ich habe so einen 3D-Effekt.
Aber beim 85er mit 52 Millimeter Tiefe. Das heißt, das ist wirklich wie ein normaler Monitor.
Hat noch eine Schicht dazwischen, damit ich den Effekt habe, als ob ich in so eine Tiefenbox reinblicke.
Und da habe ich natürlich den Mehrwert, dass ich die Kleidung nicht auf der Kleiderstange habe und ich mir die anhalten muss oder gucken muss, sondern ich sehe wirklich Menschen, die damit rumlaufen.
Und auch das könnte ich mit Sensorik eben verbinden, dass je nachdem, in welcher Sektion derjenige gerade ist, wird eben die Kleidungsstücke, die dort hängen, dann gerade in Szene gesetzt und dort angezeigt.
Und ich glaube, das ist so ein Produkt, wo ich im Fashion-Bereich natürlich auch wieder Emotionen wecke.
Ich kann diese Person, also eine echte Person, so darstellen, dass sie wirklich aussieht, als ob sie durch den Laden läuft und habe natürlich da einen ganz anderen Mehrwert, als wenn ich das auf einem flachen Display, sage ich mal, anzeigen lasse.
Plus, das hast du vorhin auch gesagt: Accessoires und Ähnliches kann ich da auch mit reinbringen und die noch mal von allen Seiten beleuchten, dass ich dann wirklich Lust kriege, die dann auch noch als Upselling mit dazu zu kaufen.
Frank Rehme:
Jetzt habe ich ja seinerzeit, als ich damals die Future Talks gemacht habe bei Metronom, da hatten wir uns sehr stark mit dem Thema Neuromarketing beschäftigt.
Was muss man tun, um im Gehirn die richtigen Trigger anzusprechen?
Eins davon war natürlich auch, den richtigen Sound zu haben. Das ist wichtig.
Wie viele Beats per Minute müssen eigentlich da sein?
Und da kam damals eine Studie auf den Markt, die gesagt hat: So viel wie der Herzschlag ist. Das ist dann die richtige Geschwindigkeit, um Kauf auch anzuregen.
In Verbindung mit der richtigen Einkaufstemperatur, weiß ich noch genau, die war damals bei 22,5 Grad.
Das ist die Temperatur, bei der Menschen gerne einkaufen, und dann die Beats mit dazu.
Ja, zum Thema jetzt noch mal Akustik: Ist ja auch wichtig, diesen Sinn auch dementsprechend anzusprechen.
Jetzt kann man natürlich nicht von jedem Display irgendwie etwas rausschreien.
Wir kennen das hier von den, ich nenne die immer „Klärkisten“ in den Bauwerken, wo kleine digitale Bildschirme laufen, auf denen dann Conny Reimann erklärt, wie man mit den Spaxschrauben in Texas sich ein eigenes Haus baut.
Solche Sachen kennen wir.
Aber das ist auch ein bisschen Körperverletzung den Mitarbeitern gegenüber.
Die träumen ja nachts von diesen Geschichten.
Was ist heute das State of the Art in dem Bereich?
Amit Chatterjee:
Es gibt da verschiedene Lösungen.
Es gibt dieses Thema Sounddusche, dass du dann nur einen gewissen Bereich hast, wo du dann den Sound bekommst.
Aber worüber man natürlich auch nachdenken kann:
Es gibt ja mittlerweile fast jeden, der irgendwelche Earbuds hat, also irgendwelche Kopfhörer, die mit seinem Smartphone verbunden sind.
Und es gibt ja auch Technologien wie Auracast zum Beispiel, dass ich eins zu viele senden kann mit Bluetooth-Technologie.
Und somit könnte man sich auch gut vorstellen, dass man am Point of Sale solche Use Cases macht, wo ich mich dann einfach kurz einlogge, wenn ich dazuhören möchte, und das dann einfach auf meinen Kopfhörern höre und somit auch das Personal nicht 24/7 da entsprechend beschallt wird.
Also das sind so Technologien, die man da anwenden kann, die heute schon funktionieren, die für verschiedene Bereiche wie Museen und Ähnliches auch schon genutzt werden.
Aber ich glaube, das ist noch was, wo man da noch ein bisschen tiefer reingehen kann im Retail und solche Konzepte mal austesten kann.
Frank Rehme:
Ja, spannende Entwicklung. Ich finde es echt atemberaubend, was da so in den letzten Jahren passiert ist. Und man sieht, die Entwicklung nimmt da überhaupt kein Ende.
Amit, kann ich dich mal fragen, wann dein letztes stationäres Erlebnis beim Shoppen war?
Amit Chatterjee:
Mein letztes stationäres Erlebnis ist noch gar nicht so lange her.
Ich musste bei meiner Uhr die Batterie austauschen lassen und da war ich hier um die Ecke in einem großen Einkaufscenter, bei einem Uhrenladen, und da habe ich mir das austauschen lassen.
Und ansonsten: Ich habe zwei kleine Kinder, sechs und vier. Also wir sind auch öfter mal Klamotten shoppen.
Gehört dazu, obwohl gerade wenn man so Kinder hat, ist natürlich Onlineshoppen eigentlich das Allerbeste, was man machen kann.
Frank Rehme:
Bestimmt, aber es ist ja auch ein Erlebnis für die.
Also du gehst ja dann noch ein Eis essen vielleicht und so. Und dann haben die ja auch Spaß, wenn sie mal rauskommen.
Also das passiert dann auch öfter mal.
Amit Chatterjee:
Ja, passt gut.
Frank Rehme:
Ja, Amit, besten Dank für den Einblick, den wir jetzt hatten.
Also wirklich eine spannende Entwicklung, die da passiert.
Wer mit dem Amit mal mehr in Kontakt treten will diesbezüglich, der kann das natürlich gerne tun.
Wir verlinken hier seinen Kontakt beziehungsweise auch sein LinkedIn-Profil hier bei uns in den Shownotes.
Amit, wenn du dir jetzt einen Laden vorstellst, 2035 – gehen wir wirklich ein Stück weit nach vorne – ist der dann nur noch mit Avataren bestückt, gar nicht mehr mit Personal?
Also ich bin jetzt bei dem Thema, was wünschenswert wäre, nicht was technisch möglich ist. Technisch möglich sind solche Sachen ja auch heute schon und nur noch digital.
Oder passiert da auch noch ganz viel im haptischen Bereich?
Amit Chatterjee:
Also ich glaube, bei vielen Sachen, wenn ich irgendwo reingehe und mich dann zu einem Produkt informieren möchte, dann möchte ich schon immer einen Spezialisten haben.
Also ich glaube, da können Avatare sehr, sehr gut unterstützen.
Aber um am Ende ein gutes Gefühl beim Einkauf zu haben, braucht es, glaube ich, immer noch einen Menschen, der dich noch abholt, der dir dieses gute Gefühl gibt, dass du die richtige Entscheidung triffst, indem du jetzt viel Geld ausgibst oder auch wenig, je nachdem, was man kaufen möchte.
Ich glaube, es wird nach wie vor eine Mischung bleiben von digitaler Technologie, die aber deutlich mehr unterstützen kann, als sie es heute vielleicht tut.
Also da glaube ich fest daran, dass wir immer noch Menschen sehen werden, aber auch viel digitale Technologie.
Frank Rehme:
Ja, auch meine Überzeugung: Menschen kaufen mehr Menschen. Das wird immer bleiben irgendwie.
Ja, vielen Dank.
Ich danke für diesen guten Einblick in diese Zeit und wir sehen uns irgendwann sicherlich mal wieder.
Amit Chatterjee:
Bestimmt, Frank. Vielen Dank.








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