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Frank Rehme

ZDE Podcast 246: Was ist denn nun mit Retail Media, Gerd und Frank?

16. Juni 2026 / Von Frank Rehme / Lesedauer: 4 Minuten 15 Sekunden
ZDE Podcast

Retail Media entwickelt sich aktuell zu einem der spannendsten Themen im Handel. Händler entdecken ihre Touchpoints als Werbeflächen, Marken suchen neue Wege zur Kundenansprache und die Branche diskutiert über attraktive Margen jenseits des klassischen Warengeschäfts.

Folge direkt anhören

ZUKUNFT DES EINKAUFENS PODCAST · ZDE 246: Was ist denn nun mit Retail Media, Gerd und Frank?

Die Shownotes

In dieser Folge spricht Frank Rehme mit Gerd Bäth und Frank Tiedig von der Online Software AG darüber, was wirklich hinter dem Retail-Media-Boom steckt, welche Chancen sich für Händler ergeben und warum Daten, Messbarkeit und Netzwerke dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Das erwartet Euch in dieser Folge

  • Was Retail Media von klassischem Digital Signage unterscheidet
  • Warum Amazon mit Retail Media so erfolgreich ist
  • Welche Werbeflächen im stationären Handel besonders relevant sind
  • Die Bedeutung von Daten, Reichweitenmessung und ROI
  • Chancen für große und kleine Händler
  • Retail Media zwischen Kundenansprache und Reizüberflutung
  • Warum Digitalisierung die Grundlage für erfolgreiche Retail-Media-Strategien ist

Unsere Gäste

Gerd Bäth verantwortet den Vertrieb bei der Online Software AG und begleitet Retail-Media-Projekte aus technischer und organisatorischer Sicht.

Frank Tiedig ist Retail-Media-Experte bei der Online Software AG und beschäftigt sich mit der Monetarisierung digitaler Werbeflächen im Handel.

Die Folge zum Nachlesen

Frank Rehme:

Da ist es schon wieder, eine neue Folge unseres Retail Innovation Radios. Heute zu einem Thema, das wir hier bereits mehrfach behandelt haben. Weil es aktuell aber so stark an Bedeutung gewinnt, habe ich mir zwei Experten eingeladen. Es geht um Retail Media.

Retail Media wird derzeit als großer Wachstumsmarkt gehandelt. Händler sehen attraktive Margen und fragen sich, ob die Vermarktung eigener Touchpoints künftig lukrativer sein könnte als das reine Warengeschäft. Um das Thema einzuordnen, begrüße ich zwei Experten von unserem langjährigen Partner Online Software AG: Gerd Bäth und Frank Tiedig.

Herzlich willkommen.

Gerd Bäth / Frank Tiedig:

Hallo Frank. Schön, hier zu sein.

Frank Rehme:

Stellt euch doch kurz vor.

Gerd Bäth:

Ich bin Gerd Bäth und verantworte den Vertrieb bei der Online Software AG. In den vergangenen Jahren habe ich zahlreiche Retail-Media-Projekte aus technischer und organisatorischer Sicht begleitet. Vor meinem Wechsel war ich über 20 Jahre bei Edeka Südwest tätig und dort unter anderem für IT-Themen verantwortlich.

Frank Tiedig:

Ich komme ebenfalls aus der Edeka-Welt und war dort viele Jahre im Marketing tätig. Heute beschäftige ich mich bei der Online Software AG mit Retail Media und insbesondere mit der Frage, wie Händler daraus tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln können.

Frank Rehme:

Wenn ich an die frühen Digital-Signage-Projekte zurückdenke, frage ich mich manchmal: Ist Retail Media nur ein neuer Name für ein altes Thema oder steckt wirklich etwas Neues dahinter?

Frank Tiedig:

Die Grundidee ist ähnlich, aber die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Vor 15 oder 20 Jahren war der Markt noch nicht bereit. Heute erleben wir einen massiven Wandel in der Medienlandschaft. Klassische Kanäle wie Print verlieren an Bedeutung, gleichzeitig suchen Marken neue Möglichkeiten, ihre Zielgruppen zu erreichen. Retail Media profitiert genau von dieser Entwicklung.

Gerd Bäth:

Hinzu kommt die Professionalisierung. Früher wurden einzelne Werbeflächen vermarktet. Heute geht es um Netzwerke, Daten, Messbarkeit und die enge Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie.

Frank Rehme:

Amazon wird oft als Vorbild genannt. Dort ist Retail Media mittlerweile ein Milliardengeschäft. Warum wird der stationäre POS jetzt ebenfalls so interessant?

Frank Tiedig:

Weil die Werbung direkt in der Kaufentscheidung stattfindet. Online lässt sich vieles messen, deshalb entstand Retail Media dort zuerst. Im stationären Handel müssen wir diese Transparenz nun ebenfalls schaffen. Werbetreibende wollen wissen, wie viele Menschen erreicht wurden und welchen Effekt eine Kampagne hatte.

Frank Rehme:

Genau das ist ein Punkt, den viele Hersteller ansprechen. Sie erwarten heute belastbare Zahlen und Kennzahlen.

Gerd Bäth:

Und die Möglichkeiten dafür werden immer besser. Neben Frequenzdaten kommen zunehmend weitere Informationen hinzu. Je mehr relevante Daten verfügbar sind, desto attraktiver wird das Angebot für Werbetreibende.

Frank Rehme:

Welche Flächen eignen sich denn überhaupt für Retail Media? Nur klassische Screens?

Frank Tiedig:

Nein, deutlich mehr. Natürlich spielen Digital-Signage-Monitore eine wichtige Rolle. Aber auch elektronische Preisschilder, Einkaufswagen, Handscanner oder gedruckte Werbemittel können Teil einer Retail-Media-Strategie sein. Entscheidend ist die Vernetzung der verschiedenen Touchpoints.

Gerd Bäth:

Die bestehenden Monitor-Netzwerke bieten oft den einfachsten Einstieg. Sie sind bereits vorhanden und lassen sich direkt nutzen. Gleichzeitig entstehen immer neue Möglichkeiten, die aber wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden müssen.

Frank Rehme:

Wie sieht es für kleinere Händler aus? Können die überhaupt von Retail Media profitieren?

Frank Tiedig:

Grundsätzlich ja. Allerdings entstehen die wirklich großen Vermarktungspotenziale meist erst durch Netzwerke. Einzelne Märkte oder kleine Händlerverbünde stoßen schnell an Grenzen. Deshalb sehen wir zunehmend Zusammenschlüsse und Vermarktungsplattformen.

Frank Rehme:

Ein weiteres Thema ist die Reizüberflutung. Kunden werden heute ohnehin mit Werbung überschüttet. Wie verhindert man, dass Retail Media den Einkauf eher belastet?

Frank Tiedig:

Das ist eine wichtige Frage. Gute Retail-Media-Konzepte sollen nicht ablenken, sondern unterstützen. Wenn Werbung relevant ist, wird sie als hilfreich wahrgenommen. Wenn sie wahllos ausgespielt wird, entsteht genau die Überforderung, die du beschreibst.

Gerd Bäth:

Man braucht ein gutes Gleichgewicht. Zu viele Bildschirme oder Botschaften können kontraproduktiv sein. Der Kunde soll sich wohlfühlen und nicht das Gefühl haben, in einer Werbefläche zu stehen.

Frank Rehme:

Zum Abschluss eine persönliche Frage: Wenn ihr heute einen neuen Laden eröffnen würdet – welche Medien würdet ihr einsetzen?

Gerd Bäth:

Im Lebensmittelhandel würde ich gezielt mit Monitoren arbeiten, aber in einem vernünftigen Rahmen. Dazu kämen ausgewählte digitale und gedruckte Kommunikationsflächen. Wichtig ist ein konsistentes Gesamtbild.

Frank Tiedig:

In einem Fashion-Store würde ich wahrscheinlich deutlich zurückhaltender agieren. Gute Musik, eine starke Markeninszenierung und eine angenehme Atmosphäre wären mir wichtiger als möglichst viele Werbeflächen.

Frank Rehme:

Vielen Dank für eure Einblicke und die spannende Diskussion. Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, findet bei unserem Partner Online Software AG weitere Informationen.

Vielen Dank euch beiden.

Gerd Bäth / Frank Tiedig:

Vielen Dank. Bis bald.

Frank Rehme:

Macht’s gut und bis zur nächsten Folge von Zukunft des Einkaufens.

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Kategorie: Zukunft des Einkaufens Podcast
Schlagworte: Digital Signage, Digitales Marketing, Digitalisierung, Fashion, Innovation, Kaufentscheidung, Marken, Marketing, Podcast, POS, Retail Analytics, Touchpoints
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