Gast-Autor

Praxistest: Payback Pay

/ Von Gast-Autor / Lesedauer: 3 Minuten 34 Sekunden
Payback Pay

Auf dem EHI Kartenkongress am 26.4.2016 stellte Payback sein neues Mobile Payment System „Payback Pay“ vor. Dort erhielt ich auch das Angebot, die App vorab einmal zu testen. Ab Juni soll Payback Pay dann in den dm-Drogeriemärkten und ab Juli bei Real verfügbar sein.

Ein Payback Konto besitze ich bereits, die App selber sollte auf meinem Samsung S5 (Android 5.0) installiert werden. Die zugesandte APK Datei ließ sich problemlos installieren. Interessant die Frage nach dem Zugriff auf die NFC Schnittstelle. Obwohl die ersten Händler nur mit QR-Code arbeiten wollen, ist das entsprechende Subsystem für andere Checkouts bereits integriert. (Update: Die neueste Version verlangt keinen Zugriff auf die NFC Schnittstelle).

Payback Pay   Payback Pay

Zur Verwendung der App muss man das Payback Login auf Mailadresse bzw. Kundenummer und Passwort umstellen. Ich hatte bisher einfach immer Kundennummer, PLZ und Geburtsdatum für die Anmeldung verwendet. Hier gab es dann auch das einzige Problem. Nach Eintrag der Mailadresse muss diese noch mal verifiziert werden. Leider ist die Verifizierungsmail bei mir im SPAM Ordner gelandet. Das konnte ich unterwegs an meinem mobilen Mailclient nicht erkennen. Damit war mein Konto erst einmal geblockt. Die alte Anmeldung ging nicht mehr und unter der Neuen war ich noch nicht bekannt. Zu Hause am PC konnte das Problem sofort behoben werden. Der weitere Anmeldevorgang am Smartphone lief sauber durch.

Payback Pay   Payback Pay

Nach der erfolgreichen Installation findet man unten rechts einen kleinen blauen Kreis mit dem Piktogramm einer Magnetstreifenkarte für Payback Pay. Klickt man hier drauf, startet der Registrierungsprozess für das Payment. Die persönlichen Daten die Payback von mir hat, sind bereits vorausgefüllt. Man muss auf der nächsten Seite nur noch die IBAN des Girokontos eingeben. Da ich mich prinzipiell weigere, mir dieses Zahlenmonster zu merken, musste noch mal die Girocard hervor gekramt werden. Anschließend noch eine kleine Folge von Klicks, und das SEPA Mandat ist erteilt.

Payback Pay   Payback Pay

Laut Payback geht man davon aus, dass mindestens 90 Prozent der Nutzer auf diesem Weg Payback Pay aktivieren können. Ein kleinerer Teil wird noch eine extra Runde für die Konto Verifikation drehen müssen. Das geschieht wahlweise entweder durch eine 1Ct Überweisung mit Pass-Code oder durch eine Anmeldung mit PIN und TAN, ähnlich wie bei Sofort Überweisung.

Ist das Verfahren abschlossen, findet man in seinem Mail Postfach eine ganze Reihe von Benachrichtigungen. Die wichtigste davon scheint mir das SEPA Mandat zu sein. Dies ist für Payback  die Grundlage zur Belastung meines Girokontos. Es ist ausgestellt auf die PAYMORROW GmbH, ein Tochterunternehmen des Netzbetreibers Intercard.

Um am POS punkten und bezahlen zu können, muss man die App öffnen. Danach findet sich unten rechts wieder das bekannte Piktogramm aus dem Registrierungsprozess. Ein Klick öffnet ein weiteres Fenster, mit der Frage nur Punkte Sammeln oder auch gleichzeitig Bezahlen. Wer beides machen möchte wird noch aufgefordert, eine PIN einzugeben. Diese PIN legt man bereits während des Registrierungsprozesses fest, sie kann aber unter den Einstellungen auch wieder geändert werden. Der nun angezeigt QR-Code wird am POS vor denselben Scanner gehalten wie bisher die Plastikkarte.

Payback Pay  Payback Pay

Den QR Code kann man schon vorab erzeugen. Er hat eine Gültigkeitsdauer von ca. fünf Minuten und überlebt auch den Sperrbildschirm. Danach wird man informiert, dass der Code abgelaufen ist. Auch auf eine Online Verbindung ist man nicht angewiesen. Schaltet man das Smartphone in den Flugmodus, können die ersten drei QR Codes auch noch verwendet werden. Anschließend benötigt man wieder eine Online Verbindung. Wer ein iPhone besitzt kann übrigens statt einer PIN den Fingerprint Sensor verwenden. Für Android wird das noch nicht angeboten.

Payback Pay   Payback Pay

Ein real Markt in Düsseldorf gehört zu den ca. zehn Pilot Läden. Hier sollte das Verfahren seine Praxistauglichkeit beweisen. An der Kasse sagt man, dass man die Ware mit Payback Pay bezahlen will. Anschließend hält man den QR Code vor den Scanner und nach ein bis zwei Sekunden gibt es die Rückmeldung, dass der Kaufvorgang abgeschlossen ist. Auf dem Kassenbon ist als Zahlart Payback Pay vermerkt. Einen Tag später erhielt ich eine Mail, in der Payback die Abbuchung von meinem Girokonto für den darauf folgenden Tag ankündigt. Diese sogenannten Pre-Notification gemäß SEPA kann für Beträge unterhalb 100 € auch abbestellt werden.

Fazit

Insgesamt sechs Schritte zum Bezahlen (Smartphone entsperren – App starten – Icon klicken – Bezahlen auswählen – PIN eingeben – QR Code scannen), davon vier nach Öffnen der App, gehen für Mobile Payment eigentlich gar nicht. Punktesammler ticken aber offensichtlich anders. Allen Payback Nutzern in meinem Bekanntenkreis, denen ich das Verfahren erklärt habe, fanden das eine gute Idee. Niemand hatte etwas an der Nutzerführung auszusetzen. Kritik entzündete sich allenfalls an der Tatsache, dass das Verfahren nur auf bestimmte Händler beschränkt ist.

Eine Karte für das Bezahlen hat keiner vermisst!

Über den Autor: Rudolf Linsenbarth ist Senior Consultant für den Bereich Mobile Payment und NFC bei der Cocus Consulting GmbH. Zuvor war er 11 Jahre im Bankbereich als Senior Technical Specialist bei der Targo IT Consulting (Crédit Mutuel Bankengruppe). Auf ZUKUNFT DES EINKAUFENS schreibt Rudolf Linsenbarth in eigenem Namen. Mehr über Rudolf auf Twitter @Holimuk oder bei XING.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf mobile zeitgeist.

 

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Payback
2 Kommentare
  1. Daniel sagte:

    Habt ihr denn genauere Informationen welche Kunden den zusätzlichen Verifizierungsschritt machen müssen. Bzw. woher kommt die Info, dass 90% der Kunden keine weitere Verifizierung brauchen?

    Antworten
  2. Rudolf Linsenbarth sagte:

    Der genaue Wortlaut von Payback war: „Wir erwarten, dass mindestens 90% der Kunden bereits mit Angabe der der IBAN frei geschaltet werden können“. Alle weiteren Nutzer müssen ein weitere Authentifizierung durchlaufen. Beispielsweise wird auf deren Konto eine Microüberweisung getätigt mit einer TAN als Betreff, diese muss dann in der App eingegeben werden. Woran der Dienstleister Intercard fest macht ob ein Nutzer sofort frei geschaltet wird entzieht sich meiner Kenntnis. Da Intercard aber sehr viele Lastschriften für den Handel abwickelt, dürften viele Girokonten dort bereits bekannt sein.

    Antworten

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