Frank Rehme

Payback Pay nach 5 Monaten: So funktionert mobiles Bezahlen in Deutschland

/ Von Frank Rehme / Lesedauer: 2 Minuten 51 Sekunden
Payback Pay App

Manchmal lohnt es sich, einen Beitrag noch einmal auszugraben und nachzuschauen, was sich mittlerweile in dem Thema getan hat. Im Juni haben wir unmittelbar nach dem Start von Payback Pay die ersten Tests unternommen. In einen DM-Markt wurde der Umgang mit dem neuen Zahlungsprozess getestet. Das Ergebnis war durchaus positiv, hier noch einmal der letzte Bericht:

Payback Pay nach der Einführung

Viele Jahre habe ich als Akteur das Thema mobiles Bezahlen in Deutschland mitgestaltet und mitbegleitet. Wir haben viele Player in den letzten 8 Jahren (ja, so lange ist das Thema schon ein Hype) kommen und gehen sehen, ebenso viele Prognosen über den bevorstehenden Durchbruch von mobile Payment sind veröffentlicht worden. In diesem Beitrag habe ich das Thema bereits beleuchtet und in diesem Interview vertieft.

So ganz nebenbei ist jetzt aber ein anderer Player plötzlich ohne viel Ankündigungs-BumBum auf die Spielfläche getreten: Payback hat endlich eine Bezahlfunktion etabliert. Ein konsequenter Schritt in der Vervollständigung des Portfolios zur engeren Abdeckung der Shopper Journey. Damit schließt sich eine weitere Datenlücke und hilft den Loyalty Anbieter zur weiteren Entwicklung von Produkten. Damit sind sie nicht allein, an anderer Stelle haben wir bereits von der globalen Entwicklung in dem Bereich berichtet.

Für mich aber das Wichtigste: Wie einfach ist das Bezahlen mit der neuen Lösung? Also schnell die neue App Payback Payheruntergeladen und auf meinem iPhone 6s installiert. Erstes Aha-Erlebnis: Die Registrierung. In der App wird die Bezahlfunktion angeklickt, anschließend wird man zu einer Registrierungsseite weitergeleitet. Mit wenigen Angaben (IBAN und persönlicher Code) ist die Sache erstaunlich einfach und schnell erledigt. So einfach habe ich das bisher noch nicht erlebt, gut gemacht also. Nun raus und schnell einen DM Markt gesucht. 3 Teile aus dem Bereich der Zahnpflege ausgesucht und ab zur Kasse. Dort lächelt mich auch schon der Hinweis auf die Möglichkeit mit dem Handy zu bezahlen an. Im Stechschritt auf zur Kassiererin und los geht´s. Ich weise sie sofort darauf hin, dass ich „ganz aufgeregt bin weil ich das erste mal im Leben mit dem Handy bezahle“.

Nachdem alle Artikel gescannt wurden kam dan  der große Moment: Die Kassiererin hatte nur Fragezeichen im Auge, auch mein Hinweis auf das Werbeschild für diese Zahlung brachte keine Erkenntnis. Die herbeigerufene Kollegin wusste auch nicht viel mehr, hatte aber die Idee, an der Kasse die Taste „weitere Zahlungsmittel“ zu betätigen. Wupp, dann kam es: „Payback Pay“ als Auswahlalternative. Also den Button betätigt und los geht´s: Leider wieder ohne Erfolg, auf beiden Scannern wurde der Code zwar gelesen, aber nichts ist passiert. Schade!

Nachdem hinter uns schon einige Kunden ungeduldig wurden haben wir den Versuch abgebrochen. Also Cash Money raus und gut ist. Wenn es denn funktioniert hätte wäre es sicherlich eines der schnellsten Verfahren, das ich bisher gesehen habe. Auch die Registrierung ist keine Hürde, die ich wo anders wesentlich größer erlebt habe. Es bleibt spannend und ich an dem Thema dran!

Payback Pay 5 Monate später

Wie sieht es heute mit dem Bezahlszenario aus? Mittlerweile sind 90% der 9 Mio. App-Nutzer auf die neue Bezahl-Version umgestiegen und bekommen damit die Möglichkeit des mobilen Bezahlens. Mittlerweile kann man nicht nur im Drogeriemarkt damit bezahlen, auch bei Real, Aral, Kaufhof und Alnatura ist man damit an der Kasse schneller. Auch der Prozess ist mittlerweile in die DNA des Kassenpersonals übergegangen, wie verschiedenste Tests bei uns gezeigt haben. Damit sind jetzt über 4.500 Akzeptanzstellen mit hoher Kundenfrequenz erreicht, wenn Rewe in 2017 mit seinen 3.300 Märkten dazu kommt hat sich ein System etabliert, das einen großen Vorsprung vor den klassischen Banken hat. Von dieser Reichweite war das gescheiterte Unternehmen Yapital weit entfernt und wurde von der Otto Gruppe im letzten Jahr liquidiert. Dort fehlte nicht nur die Reichweite der Stores, sondern auch die Menge der potenziellen Nutzer.

Leider gibt es von Payback keine Informationen über Transaktionszahlen, was allerdings typisch für die Paymentbranche ist. Eine Aufgabe wird allerdings sehr gut übernommen: Die Basis für mobiles Bezahlen zu verbreitern und den Konsumenten weiter zu konditionieren. Alle nachfolgenden Anbieter werden es danken!

 

 

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Payback
6 Kommentare
  1. Maike Strudthoff sagte:

    Ich habe es am Montag bei dm in Frankfurt probiert. Hat reibungslos funktioniert. Allerdings mußte die Kassiererin eine Kollegin rufen, die wußte Bescheid. Einmal gescannt und der Kassenbon kam mit Bestätigung „Payback Pay“ heraus.

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  2. Holger sagte:

    Bei mir hat Bezahlen mit der App und Payback Pay im DM am Wochenende geklappt. Funktioniert also grundsätzlich. Für die Kassiererin wars auch das erste mal – aber die Unsicherheit hat sie gut überspielt.

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  3. Reiner R. sagte:

    Ich habe gerade folgende Erfahrung gemacht: Ein Einkauf bei DM wurde doppelt abgebucht. Ein Anruf bei Payback ergab, daß ich mich direkt mit dem Abrechnungspartner Paymorrow in Verbindung setzen muß. Das geht aber nicht per mail oder Telefon, sondern nur per Brief. Mein Geld ist doppelt abgebucht und ich habe nun den Ärger.. Vorerst lasse ich die Finger wieder davon.

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  4. Schumacher sagte:

    Habe auch mit dem Gedanken gespielt, die App runter zu laden. Bin davon abgekommen als ich gesehen habe, dass die App Zugriff auf meine Kamera haben will. Ich frage mich wozu die Kamera? Was haben meine Fotos mit einer Bezahlfunktion zu tun

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  5. S. Frank sagte:

    Auch im Juni 2018 gibt es bei REWE noch Kassierer, die ihr „Erstes Mal“ mit PAY durchleben. Völlige Ratlosigkeit. Auch eine zu Hilfe gerufenen Kollegin hatte nur den Hinweis: “ …das müssen wir jetzt hinkriegen, abbrechen ist nicht möglich! …“. Krampfhaft wurde versucht mein Handy-Display zu polieren, zu kippen, zu drehen und was weiß ich alles. Letztendlich kam die Cheffin und verkündete: “ … an machen Kassen geht es nur mit ESC (??!! :‘-) )…“ – was sich als „NFC“ herausstellte und tatsächlich dann auch klappte.
    Man ist also immer noch Exot und die Akzeptanz wird auch auf Seiten der Kassierer nicht steigen, wenn es keine einheitliche technische Umsetzung beim Bezahlvorgang gibt. Wenn es sogar in einem Markt von der Kasse abhängt, ob man das Handy vor den QR-Code-Leser oder das NFC-fähige EC-Lesegerät halten muss. Wir sind also noch in der Trainingsphase.

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