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Frank Rehme

Der Knockout des Checkout – Warum kein Mensch Kassen braucht

16. Oktober 2024 / Von Frank Rehme / Lesedauer: 1 Minuten 59 Sekunden

Ja, sie sind überall! Im Supermarkt, im Restaurant, in der Apotheke oder im Museum: Kassen sind immer da. Sie gibt es in Mechanisch, Elektronisch, Virtuell und vor allem auch in schwarz. Überall, wo ein Gut oder Ware ausgehändigt wird, muss dafür eine Gegenleistung in Form von Geld erfolgen. Aber muss das weiterhin auf diesem Weg erfolgen? Eine Zwischenbilanz.

Kassen will man eigentlich nicht

Kassen haben historisch eine wichtige Funktion: Dort landet der Umsatz aus dem operativen Geschäft. Wie viel das ist, ergibt sich aus einer einfachen Rechenaufgabe: Sag mir, was du mitnimmst, und ich sag dir, was es kostet. Die Kasse ist der letzte Touchpoint in der Instore-Shopper Journey, die nur Nachteile bringt: Es gibt beim Checkout einfach keine positiven Impressionen. Bis man erst mal dran ist, steht man oft in Schlangen. Die Kinder quengeln, und das, was man mühevoll in den Einkaufswagen gepackt hat, muss man dann schon wieder auspacken. Anschließend das Schlimmste: Das Bezahlen aktiviert das Schmerzzentrum im Gehirn. Einzig ein gut gelauntes Kassenpersonal kann möglicherweise die Laune retten.

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Kassen sind unfassbar teuer

Ich weiß, alte Zahlen sollte man nicht bringen, aber ich tu es einfach: Im Jahre 2012 habe ich für eine Handelskette eine Berechnung über die Kosten der Checkoutsysteme durchgeführt. Hier die Zahlen von damals:

  • Insgesamt 320 Standorte
  • Hatten 4.800 Kassen
  • Das waren 76,8 Mio. Invest
  • Brauchten 52.800 qm Fläche
  • und 8.160 Kassenkräfte

Eine weitere Analyse hat ergeben, dass eine Sekunde Kassenprozessoptimierung 3,1 Mio. Einsparung ergibt. Jetzt weiß man, warum das Kassieren beim Discounter so fix gehen muss.

Alle arbeiten dran

Mittlerweile arbeiten sehr viele daran, dieses Ärgernis und die Kosten los zu werden. Amazon hat mit seinem Go-Format bereits vor 6 Jahren die Handelswelt überrascht. Der Plan war, bis zum Jahr 2022 3.000 Stores zu eröffnen, bisher sind es aber nur knapp über 30.

Auch Deutsche Unternehmen arbeiten an dem Thema, jeder versucht es mit Self Checkout, Self Scanning oder Grab & Go Formaten. Künstliche Intelligenz im Bereich Computer Vision in Verbindung mit neuen Sensorik-Technologien bietet komplett neue Möglichkeiten.

Der limitierende Faktor

Solange der Menschen den Wunsch hat, mit Bargeld zu bezahlen, wird das mit dem kassenlosen Store schwierig. Auch wenn es nur ein Bezahlautomat ist: Der Kassenprozess bleibt. Also müssen wir zuerst die Bezahlprozesse ändern, weg vom Bargeld. Wie das geht, kann man wunderbar in Skandinavien sehen. Aber dafür braucht man auch Kunden, die das eben wollen.

Eigentlich ist es so einfach

Im Grunde genommen könnte es ja auch so gehen: Kunde, nimm deinen Kram mit und bezahl das dann von Zuhause aus. Das geht nicht meint ihr? Doch, denn das gibt es schon lange! Es ist der am meisten beliebte Checkout-Prozess im eCommerce und heißt dort Kauf auf Rechnung.

Beitragsbild von Charles Thompson auf Pixabay

 

1 Kommentar/
Kategorie: Point of Sale, Technologien
Schlagworte: Payment
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1 Antwort
  1. Stefan Max Huber
    Stefan Max Huber sagte:
    17. Oktober 2024 um 10:28

    Man braucht dann aber auch Anbieter die auch kleinen Händlern ermöglichen mit möglichst wenig Gebühren Bargeldlose Transaktionen abzuwickeln. Im Branchen mit vorgegeben Preisen (Buchhandel, Presse, Tabak, Lotto) kann der Wirtschaftsnutzen nicht einfach so an den Kunden weitergegeben werden und die Marge wird immer kleiner. Für viele kleine Händler ist der Umgang mit Bargeld immer noch günstiger als der mit den großen E-Zahlungsdienstleistern.

    Antworten

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