Heike Scholz

Im Baumarkt nachts um halb eins

/ Von Heike Scholz / Lesedauer: 1 Minuten 57 Sekunden

Bereits im April diesen Jahres hat Adolf Würth, Spezialist im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial, in Vöhringen die erste 24-Stunden-Niederlassung eröffnet. Hier können Kunden von Montag bis Samstag durchgehend ihren Sofortbedarf decken, auch mitten in der Nacht.

Außerhalb der gewohnten Öffnungszeiten erhalten Kunden Zugang zur Niederlassung mit der Würth App, die einen persönlichen QR Code generiert, der am Eingang gescannt wird. Auch der Bezahlvorgang wird mit dem QR Code eingeleitet. Mit einem Warenscanner werden die Produkte erfasst und der Bezahlvorgang automatisch innerhalb der App abgewickelt.

Tagsüber ist die Würth24-Niederlassung während der regulären Öffnungszeiten mit Mitarbeitern besetzt, die für eine Beratung zur Verfügung stehen.

Direkt an der A7 gelegen, garantiert die 24-Stunden-Niederlassung eine gute Erreichbarkeit für die Kunden. Auf einer Verkaufsfläche von rund 500 Quadratmetern wird den Handwerkern allerdings nur ein Teil des Sortiments angeboten. Noch können einige Produkte nicht nachts gekauft werden, wie z.B. einige Chemikalien, die ohne Beratung nicht verkauft werden dürfen. Auch begrenzen die Warenscanner noch die Größe der angebotenen Produkte.

Positive Bilanz nach sechs Monaten

Wie in der Südwest Presse zu lesen ist, zieht Würth ein positives Fazit nach sechs Monaten Betrieb seiner 24-Stunden-Niederlassung und will noch in diesem Jahr eine weitere 24-Stunden-Filiale im Großraum Stuttgart eröffnen.

Wider Erwarten wurde nachts nicht mehr gestohlen als tagsüber, wenn das Personal vor Ort ist. Dies wird sich, wie Würth erwartet, wahrscheinlich in Großstadtlagen ändern, man ist jedoch nicht beunruhigt.

Von den Kunden wurde bemängelt, dass es nachts im Laden einfach zu leise sei. Es wäre schon etwas unheimlich. Daher wird Würth zukünftig die Filialen nachts mit Musik beschallen.

Nachts werden ca. sechs Prozent des Umsatzes gemacht, tagsüber 94 Prozent. Die am meisten frequentierten Zeiten sind zwischen 17 und 21:30 Uhr und dann morgens ab 4:30 Uhr, wenn sich Handwerker mit Material für den Tag eindecken.

Mit den 24-Stunden-Niederlassungen hat Würth für seine Kunden auch ein Samstags-Angebot geschaffen. An Samstagen sind die meisten Würth-Filialen geschlossen, da sich der Normalbetrieb durch den Personaleinsatz an diesem Tag nicht lohnt. Dank der Technologie, die sich nach Angaben von Würth rechnet, können die Kunden nun auch am Samstag einkaufen. Würth hat, nach Angaben der Südwest Presse, einen höheren fünfstelligen Betrag in diese erste Filiale investiert.

Warum denn in die Ferne schweifen…

Wir müssen also gar nicht immer nach Asien schauen, wenn wir uns Läden anschauen wollen, in denen kein Personal mehr arbeitet. Verkäuferlose Geschäfte werden zurzeit überall auf der Welt pilotiert und erste Erfahrungen damit gemacht. Würth ist da ganz vorn mit dabei.

Beitragsbild: (C) Würth, andi Schmid / München

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