stadtentwicklung

Vorletzte Woche berichte Frank Rehme von den hervorragenden Ergebnissen einer ersten Auswertung des Langenfelder Stadtschlüssels, der am 05.September 2017 an den Start ging. Da es immer wieder einige Rückfragen gibt, heute dazu eine ausführliche Beschreibung des Smart City Projektes, welche Besonderheiten es bietet, was daraus noch wird und was daran zukunftsweisend ist.

Was der Stadtschlüssel heute ist?

Vordergründig betrachtet und erst einmal auf einen Satz reduziert, verbindet der Stadtschlüssel kontakt- und bargeldloses Parken mit einem städtischen Kundentreuesystem als Werkzeug um:

  1. Zutrittshürden zur Innenstadt zu senken
  2. Verweildauer zu erhöhen
  3. Daten in der Stadt zu halten
  4. Neue Geschäftsmodelle für Städte und stadteigene Betriebe zu entwickeln.

Dieses Innovationsprojekt der Futur City Langenfeld Initiative wird gemeinsam mit den stadteigenen Betrieben und dem Kölner Loyalty Startup QDEGA Loyalty Solutions GmbH umgesetzt.

Wie es funktioniert?

Mehr als Loyalty StadtschlüsselUm den Stadtschlüssel zu erhalten, muss erst einmal ein Stadtschlüsselkonto bei den Stadtwerken Langenfeld eröffnet werden, entweder im Service Center der Stadtwerke oder in einer Geschäftsstelle der Stadt-Sparkasse. Name, Adresse und eine Kontoverbindung angeben und schon erhält man den Stadtschlüssel, eine Kombination aus RFID-Karte im EC-Kartenformat und einem runden NFC-Chip als Anhänger für den Schlüsselbund. Die Daten verbleiben sicher, den Datenschutzrichtlinien entsprechend, in der Datenbank des stadteigenen Betriebs Stadtwerke Langenfeld.

Dann heisst es nur noch die Karte in das Auto legen und ab sofort kann der stolze Besitzer der Karte alle öffentlichen, beschrankten Parkanlagen in der Langenfelder Innenstadt anfahren und die Parkschranke geht wie von Zauberhand auf, meist auch ohne die Karte in die Hand zu nehmen oder das Fenster zu öffnen. Genau das Gleiche passiert bei der Ausfahrt, die Schranke öffnet sich berührungslos, ohne das man vorher einen Parkautomaten suchen und Kleingeld herauskamen musste.

Aber vor der Ausfahrt geht es erst einmal zum Einkauf in der Stadt und dort kommt der NFC- Anhänger mit dem aufgedruckten QR- Code zum Einsatz. Bei teilnehmenden Händlern kann der Kunde sich beim Einkauf Stadtschlüsselkonto Punkte auf sein Konto gutschreiben lassen. Die Gutschrift erfolgt entweder über den integrierten NFC Chip, falls der Händler ein NFC Lesegerät besitzt, oder über das Scannen des QR Codes mit einer Smartphone App.

Ebenfalls in das Projekt eingebunden ist die Langenfelder Stadtsparkasse. Deren Kunden geniessen den weiteren Vorteil, dass mit EC-Karten Zahlung die Punkte automatisch gutgeschrieben werden und der NFC Chip gar nicht gebraucht wird.

Bei der Ausfahrt wird die Parkdauer erhoben und zum üblichen Tarif abgerechnet, dabei die gesammelten Stadtschlüsselpunkte  gutgeschrieben. Sollten der Wert der gesammelten Punkte nicht dem Wert der erhobenen Parkgebühr entsprechen, wird die zuvor angegebene Kontoverbindung per Lastschrift belastet. Die Punkte können selbstverständlich auch für Tickets des ÖPNV eingesetzt werden.

Was aus dem Stadtschlüssel noch wird? Mehr als nur ein weiteres Loyalty Programm!“

„Ja, klar, nicht schlecht, aber eigentlich doch nur Loyalty“, wird der ein oder andere kommentieren. Vordergründig vielleicht erst einmal, jedoch ein Blick auf die Zukunft zeigt das Potential. Bereits mittelfristig wird es Partnerkarten, strassenbegleitendes Parken, und Integration von Bezahlservices geben.

Ein nächster großer Schritt wird bereits kurzfristig der Launch der virtuellen Stadt per Web oder City App, selbstverständlich mit Einbindung des Stadtschlüssels mit individuellem Konto Log-in. Dies wird eben nicht nur eine Stadt App sondern der Start des digitalen Kommunikationsraumes. Für die Stadt soll dies bidirektionaler Kommunikationskanal zum Bürger, Informationsquelle, Verbindung zu Handel und Dienstleistern, mit Kampagnen, Gaming, location based Services, und Augmented Reality werden.

Zukunftsgerichtet wird der Stadtschlüssel ebenso wie alle weiteren Entwicklungen integriert werden in die Smart City Infrastruktur, die zur Zeit in der Entwicklung ist. Diese Datenplattform, die Einbindung und Verknüpfung verschiedener Quellen, Daten und Inhalte der Stadt ermöglichen wird, ist der Dreh-und Angelpunkt für eine „Smart City“. Dort werden zukünftig nicht nur die oben erwähnten Aktivitäten, sondern auch Themen wie Mobilitäts- und Energiekonzepte und viele weitere Entwicklungen intelligent eingebunden und verbunden werden.

Weit mehr als Loyalty: Der Stadtschlüssel!
Artikel bewerten

Sie lesen uns regelmäßig? Jeden Mittwoch erscheint unser kostenloser Newsletter. Erhalten auch Sie ihn bequem in Ihr Postfach. Über 3.600 Kollegen aus Handel und Industrie lesen ihn bereits. Hier können auch Sie ihn bestellen.

0 Kommentare

Ihr Kommentar

Wir freuen uns auf Ihre Meinung
und einen fruchtbaren Austausch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.