Die – US – amerikanische Lebensmittelkette Whole Foods hat erst im letzten Jahr hohe mediale Wellen geschlagen, als sie im August von dem e-commerce Giganten Amazon übernommen wurde. Man fragte sich, wie sich die Biosupermarktkette unter der Ägide des Online Händlers entwickeln würde – Anlass für unser ZDE Team sich in Williamsburg, dem angesagtesten Stadtteil von New York City, den Nachbarschaftsmarkt anzuschauen.

Über Jahre hinweg hat Amazon als pure Breed „Onliner“ versucht, das Thema Lebensmittelverkauf online mit „Amazon Fresh“ nach vorne zu treiben, ohne nennenswerten Erfolg. Es schien immer daran zu scheitern, dass der Konsument in der Regel doch die Nahrungsmittel lieber selber stationär einzukaufen scheint.

Mit der Übernahme von Whole Foods ist Amazon auf einen Schlag zum stationären Händler geworden, der uns in Williamsburg, Brooklyn

  1. Gepflegte, gut gefüllte Regale und kaum out of Stocks
  2. Prinzipiell ausgesprochen liebevolle Warenpräsentation
  3. Geräumige Laufwege
  4. Überwiegend regionale Sortimente
  5. Emotionale Kundenansprache

zeigt.

Was hat sich seit der Übernahme von Whole Foods verändert?

  1. Bereits am Tag der Übernahme fielen die Preise für viele Whole Foods-Basisprodukte sofort, einige bis zu 40%. Ein identischer Warenkorb in Williamsburg fiel von 97,76 USD vor Erwerb auf 75,85 USD nach Erwerb. Im November gab die Lebensmittelkette bekannt, dass sie die Preise für weitere Artikel gesenkt habe, mit Schwerpunkt auf Feiertagsprodukte und Bestseller.
  2. Ausgesuchte Whole Foods-Läden verkaufen nun Amazon Echo, Echo Dot, Fire TV, Kindle E-Reader und Fire-Tablets.
  3. In ausgewählten Shops bekommen bekommen Kunden seit Mitte November die Möglichkeit, Produkte vor dem Kauf zu testen.
  4. Whole Foods gab bekannt, dass Amazon Prime das aktuelle Treueprogramm von Whole Foods ersetzen wird. Im November bot Whole Foods eine „Vorschau“ darüber, wie das neue Prämienprogramm aussehen wird. Bis zum Thanksgivingday konnten Amazon Prime-Mitglieder Truthähne für 50 Cent pro Pfund billiger kaufen.
  5. Kurz nach der Übernahme wurden im Amazon.com Online Shop mehr als tausend Whole Foods-Produkte hinzugefügt. Whole Foods Waren sind auf Amazon.com, AmazonFresh, Prime Pantry und Prime Now verfügbar.
  6. Whole Foods wird Markenartiklern nicht mehr erlauben, die Märkte zu besuchen, um Produkte zu bewerben oder zu überprüfen, wie die Produkte am POS präsentiert werden, berichtete das Wall Street Journal.
  7. Kunden können sich ihre Amazon.com-Bestellungen in bestimmte Whole Foods-Filialen liefern lassen, bis es Zeit ist, sie abzuholen. Kunden können Schließfächer auch verwenden, um Amazon Artikel zurückzugeben.
  8. Whole Foods will keine Mitarbeiter entlassen, sondern mehr Arbeiter einstellen, um die Änderungen umzusetzen.

Schaut Euch unsere Bildergalerie des Stores einmal an, sicherlich ein herausragend gut geführtes Lebensmittelgeschäft.

Und doch: Wir meinen, dass viele unserer lokalen Händler und Deutschland, insbesondere eine Vielzahl selbstständiger Edeka und Rewe Händler durchaus mithalten können. Und was durch die Übernahme durch Amazon alles noch geschieht bleibt abzuwarten. E-commerce ist sicherlich ein ganz anderes Business als stationärer Einzelhandel, aber Jeff Bezos und sein Amazon Organisation haben bewiesen, dass sie schnell lernen und auch besonders schnell umsetzen.

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