Kathrin Mussmann

Innenstadtbelebung durch Crowdfunding?

/ Von Kathrin Mussmann / Lesedauer: 2 Minuten 24 Sekunden

Das Crowdfunding ist vor allem durch die StartUp- bzw. Gründerszene bekannt geworden. Aber kann diese Finanzierungsart auch ein Modell für die Attraktivitätssteigerung unserer Innenstädte sein?

Das Prinzip von Crowdfunding

Das Prinzip ist ganz simpel: Viele Menschen (Crowd) können sich über eine Plattform an einem für sie interessanten Projekt beteiligen. Wenn genügend Unterstützer ihr Invest zugesagt haben und das sogenannte Fundingziel, also der benötigte Investitionsbetrag erreicht wurde, kann das Projekt beginnen. Meist gibt es unterschiedliche Investitionspakete. So kann man die Projekte schon mit kleinen Beträgen unterstützen. Als Investor bekommt man natürlich auch etwas zurück. Das können Anteile am Unternehmen sein, eine attraktive Verzinsung des eingesetzten Kapitals oder besondere Geschenke, die häufig direkt etwas mit dem Projekt zu tun haben (z.B. ein Fotobuch, die ersten fertigen Produkte etc.)

Markt und Akzeptanz wachsen

Wieviel Wachstum im Crowdfunding steckt, zeigen die aktuellen zahlen: 2015 wurde in Deutschland ein Crowdinvesting-Volumen von 48,9 Mio. € realisiert. Die Marktgröße hat sich laut des Marktreports von crowdfunding.de damit gegenüber 2014 mehr als verdoppelt (+169%)

Eine gute Auflistung von Plattformen für Crowdfunding findet man beispielsweise bei Crowdfunding.de oder bei den Kollegen von der Gründerküche.

Allerdings ist Crowdfunding ein Finanzierungsmodell, dass nicht nur für Existenzgründer interessant ist. Auch bestehende Unternehmen können ihren Auftritt oder ihr Portfolio damit besser aufstellen. So können z.B. konkrete Investitionen, die benötigt werden um sich zukunftsfähig aufzustellen, für Investoren genauso spannend sein wie eine komplett neue Geschäftsidee.

Viele Gründer und Unternehmer sind zwar zunächst skeptisch, ob sie ihre Projekte nach außen öffnen sollen. Oft spielt die Angst, die eigenen Ideen transparent für alle darzustellen und ggf. kopiert zu werden eine große Rolle. Jedoch gibt es einige Vorteile, die diese Art der Finanzierung bietet: Neben der Risikostreuung und der unkonventionellen Kapitalgenerierung ist eine gezielte Ansprache unterschiedlicher Investorentypen möglich. Dabei können auch ganz neue Inverstorengruppen erschlossen werden. Gerade Mikroinvestoren sind oft die ersten eigenen Kunden und wichtige Multiplikatoren der eigenen Geschäftsidee.

Attraktivität der Innenstädte

Studien zeigen auf, dass die Attraktivität einer Innenstadt aus Sicht ihrer Besucher sinkt, wenn es an der Gestaltung und der Vielfalt der Handels- und Erlebnisangebote mangelt. Fehlt einer Stadt zum Beispiel ein Laden für Bastellbedarf, ein Blumengeschäft oder indisches Restaurant, so kann das Crowdfunding ein interessanter Ansatz sein. Ein Trend, der in den USA schon weit verbreitet ist. Aber auch auf den deutschen Crowdfunding-Plattformen sind solche lokalen Projekte immer häufiger zu sehen ist.

Bei Startnext kann man unter anderem eine Boulderhalle für Lübeck, einen Unverpackt Laden für Frankfurt oder einen Craftbeer Pub für Kassel unterstützen.

Individuelle Konzepte, die das Angebot einer Stadt bereichern können, sind nämlich gerade für lokale Investoren überaus interessant. In den USA finden sich bereits Plattformen wie Localstake, die sich ganz auf das Local Crowdfunding spezialisiert haben.

Dieses Vorgehen birgt eine große Chance. Konzepte und Projekte können unmittelbar mit dem Markt und den Bedürfnissen der Menschen abgeglichen werden. Wenn ein Projekt sein Finanzierungsziel erreicht, kann man zum einen davon ausgehen, dass die Idee von Vielen für gut gefunden wurde. Zum anderen wurde gleichzeitig eine Community aus Unterstützern geschaffen. Und deren ureigenes Interesse besteht nun auch darin, das von ihnen mitfinanzierte Angebot auch erfolgreich zu machen.

Titelbild: 123RF

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