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Frank Rehme

Soft Lockdown November 2020: „Das vergiftete Geschenk“

9. November 2020 / Von Frank Rehme / Lesedauer: 1 Minuten 34 Sekunden
soft lockdown

Da wollte die Politik mit dem Soft Lockdown dem Handel etwas Gutes tun, hat aber zugleich eine Maßnahme mit beschlossen, die für den Handel ein Kollateralschaden bedeutet. Der Handelsverband Deutschland spricht von einem „vergifteten Geschenk“.

5 Gründe, warum der Soft Lockdown eine Katastrophe für Händler und Innenstädte ist

1: Öffnung ohne Kunden

Um dem Handel nicht das wichtige Weihnachtsgeschäft zu zerstören wurde beschlossen, die Läden geöffnet zu halten. Zugleich aber wird die Bevölkerung von der Kanzlerin aufgefordert, Kontakte so gut wie möglich zu meiden und daheim zu bleiben. Das machen die Deutschen auch, die Konsequenz ist katastrophal. In der ersten Novemberwoche hat die Frequenz in den saisonabhängigen Bereichen Schuhe und Fashion um 57% abgenommen (Siehe Grafik).

soft lockdown

2: Die Gastronomie fehlt

Viele Händler haben jetzt bemerkt, dass die Gastronomie ein ganz besonderer Besuchermagnet für Innenstädte ist. Genau diese hat jetzt geschlossen, damit fehlt für viele Menschen der Besuchsanlass für die Stadt.

3: Das Weihnachtsgeschäft ist hin

Gerade im November entscheidet sich der weitere Verlauf des Weihnachtsgeschäftes, da hier die Weichen für eventuelle Nachbestellungen auf Grund der Erfahrungsnachfrage in diesem Monat gestellt werden. Das fällt jetzt weg.

4: Die Kollektion bleibt hängen

Der erste Lockdown hat bereits die Frühjahrsware im Fashionbereich hängen lassen, die Läger waren zur Wiedereröffnung voll. Nur mit entsprechenden Reduktionen konnte der Warenbestand abverkauft werden. Die ersten kalten Tage kommen erst im Oktober und November, daher werden hier die ersten Produkte zum margenbringenden Listenpreis verkauft. Das bleibt jetzt aus.

5: Die Konditionierung der Shopper

Natürlich wird durch einen Lockdown das Shoppingbedürfnis der Menschen nicht beseitigt. Im Gegenteil: Die Zeit zu Hause wird gern zum Surfen in diversen Onlineshops genutzt. Das nennt man Kaufkraftverschiebung.

Der Soft Lockdown und die Innenstädte

Das Video zeigt es: Wir haben in 3 Innenstädten zu normaler Frequenzstärke gedreht. Auch wenn man anhand des Videos denkt, wir hätten bewusst frequenzarme Bereiche gewählt, um etwas mehr Drama reinzubringen: Das war nicht so. Es sind repräsentative Plätze und Straßen in 3 Städten!

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Quelle:HDE

1 Kommentar/
Kategorie: Innenstadt
Schlagworte: Stadtentwicklung
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1 Antwort
  1. Mkm
    Mkm sagte:
    19. November 2020 um 15:17

    Videos mit ein paar Sekunden langen Aufnahmen aus 3 Städten sind nichtssagend, selbst in stark frequentierten Einkaufsstraßen gibt es immer mal wieder ein paar Minuten mit wenig Passanten (auch wenn ich den Rückgang der Besucherfrequenz nicht bezweifel!).

    Wer aussagekräftige Zahlen haben will, sollte sich https://hystreet.com/ anschauen: Dort gibt es die Fußverkehrsaufkommen aus über 100 Einkaufsstraßen, für jede Stunde des Jahres, z.T. schon seit mehreren Jahren. Eine super Quelle für Leute, die die Entwicklung des Besucherzahlen nach Wochentagen, Tageszeiten usw. analysieren möchte.

    Antworten

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