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Heike Scholz

Kontaktloses Bezahlen ist Alltag in Deutschland. Wirklich?

29. Januar 2020 / Von Heike Scholz / Lesedauer: 1 Minuten 50 Sekunden

Lontaktloses Bezahlen ist in Deutschland zur Normalität geworden, sagt die Deutsche Bundesbank. Laut einer aktuellen Befragung nutzen inzwischen 32 Prozent der Besitzer von kontaktlosen Debitkarten die Möglichkeit, quasi im Vorbeigehen zu bezahlen. Unter den Kreditkartennutzern sind es 39 Prozent.

Kontaktloses Bezahlen: Möglichkeit vs. Roll-Out

„Damit ist das kontaktlose Bezahlen im Alltag angekommen“, sagte Burkhard Balz, das für den Zahlungsverkehr zuständige Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

Die umfassende Verbreitung der benötigten Karten mit Kontaktlosfunktion steht noch aus. Der Befragung zufolge besitzen zwar 95 Prozent der Befragten eine Debitkarte wie die girocard, von diesen Karten verfügten im Erhebungszeitraum allerdings lediglich 49 Prozent über eine Kontaktlosfunktion.

Das führt dazu, dass von allen Deutschen über 14 Jahre nur 23 Prozent das kontaktlose Bezahlen zumindest ein Mal pro Woche nutzen (können). Ein Mal im Monat sind es dann immerhin 30 Prozent. Diese Werte liegen weit unter den oben bereits erwähnten Nutzungsraten von 32 bzw. 39 Prozent, da sie den Anteil der kontaktlos Zahlenden an allen Deutschen die älter als 14 Jahre sind, ausdrücken.

Umgekehrt ausgedrückt heißt dies, dass bis zu 77 Prozent aller Deutschen über 14 Jahre kontaktloses Bezahlen nicht nutzen. Entweder, weil sie keine Debit- oder Kreditkarte besitzen oder aufgrund fehlender Kontaktlosfunktion ihrer Karte es schlicht nicht können. Einige kennen die Funktion nicht oder wollen sie nicht nutzen. Gehört bei dieser Nutzungsdichte eine Bezahlfunktion schon zum Alltag?

Bundesbank Nutzung kontaktlos

Quelle: Deutsche Bundesbank

Mobile Payment jetzt ‚an Ladenkasse üblich‘?

„Auch das Bezahlen per Smartphone ist an den Ladenkassen mittlerweile üblich“, so Balz weiter. Die mobilen Bezahllösungen der Sparkassen und genossenschaftlichen Institute sind hierbei am bekanntesten (47 Prozent der Befragten) und werden bereits von 11 Prozent der Befragten genutzt.

Etwas häufiger wird nur Payback Pay genutzt (12 Prozent). Lösungen internationaler Internetkonzerne wie Google Pay und Apple Pay sind zwar fast gleichermaßen bekannt (45 Prozent beziehungsweise 41 Prozent), werden bislang allerdings weniger genutzt (5 Prozent beziehungsweise 4 Prozent).

Bei Nutzungsraten von maximal 12 bis runter auf vier Prozent von „üblich an Ladenkassen“ zu sprechen, ist dann aber schon eine recht steile These.

Bundesbank Nutzung mPayment

Quelle: Deutsche Bundesbank

Girokonto weiterhin am meisten genutzt

Nach Aussage der Bundesbank bleibt das Girokonto das Rückgrat des Zahlungsverkehrs in Deutschland: 98 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben Zugang zu einem Girokonto. Allerdings können sich schon 30 Prozent der jüngeren Befragten im Alter von 25 bis 34 Jahre vorstellen, ihr Konto statt bei einer Bank bei einem anderen Anbieter wie einem Internetkonzern zu führen.

Bei Bezahlverfahren im Internet zeigt sich hingegen wenig Bewegung. Für die Bezahlung im Internet nutzen die meisten Befragten die Banküberweisung beim Kauf auf Rechnung (69 Prozent) und die Bezahllösung des Anbieters PayPal (68 Prozent). Auf Platz drei der üblicherweise genutzten Onlinezahlverfahren folgt die Lastschrift (59 Prozent der Befragten).

Die Ergebnisse und Grafiken gibt es kostenfrei bei der Deutschen Bundesbank.

Beitragsbild: Stockfoto – ESB Professional/Shutterstock

2 Kommentare/
Kategorie: Kundenverhalten
Schlagworte: Mobile, Payment, Plattform
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2 Kommentare
  1. Ulrich Binnebößel
    Ulrich Binnebößel sagte:
    29. Januar 2020 um 8:16

    Ich stimme Herrn Balz zu. Kontaktlose Bezahlen ist Normalität und damit im Alltag angekommen und mobiles Bezahlen ist durchaus üblich. Dabei hänge ich es nicht an den Gesamtzahlen auf sondern an der Normalität des Umgangs zwischen Händler und Kunden. Diejenigen, die es nutzen, tun dies mit Selbstverständnis, diejenigen, die es akzeptieren, sind daran gewöhnt. Was sonst beschreibt Normalität und Alltag?
    Ist normal nur das, was die Mehrheit tut? Das ist sicher nicht gemeint.

    Antworten

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