PR und Image-Killer #1: Externe Parkraumüberwachung
Es ist eigentlich unfassbar: Der Besuch von Supermärkten wird zum Risiko und zur Stressfalle. Der Grund: externe Parkraumüberwacher lauern mit Kameras, Kontrollen und horrenden Strafzetteln auf gedankenlose Kunden. Alles Dinge übrigens, die man beim Online-Shoppen vermeiden kann.
Ein Kunde, der sich abgezockt fühlt.
Das Wort „Abzocke am Supermarkt“ geht durch die Medien, hier ein kleiner Auszug von Videos mit insgesamt mehr als 1 Mio Abrufen:
- Welt TV
- Kabel 1
- Anwalt Solmecke
Das reicht nicht? Dann ein kleiner Bilderauszug:
Ein unfassbares Kommunikationsdesaster, das sich der stationäre Handel da leistet. In Zeiten, wo das Convenience-Bedürfnis die Kunden in die Onlineshops treibt, ist das nochmal ein Booster.
Wer wissen will, was Kunden darüber denken, darf einfach mal das Wort „Parkraum Überwachung“ in sozialen Medien suchen.
Was will man eigentlich den Kunden noch zumuten? Willkommenskultur sieht sicherlich anders aus. In dieser Glosse haben wir das Problem bereits vor einem Jahr beschrieben. Es ist seitdem allerdings noch schlimmer geworden.
Händler wollen Stammkunden, erzählen von „Kundenzentrierung“ und „Serviceoffensive“. Gleichzeitig lassen sie fremde Firmen auf ihrem Parkplatz Jagd machen. Wer fünf Minuten zu lange steht, wer einen Hinweis übersieht – schnell 30 bis 40 Euro weg.
Welches Problem wird eigentlich gelöst?
Anscheinend hat es in der Vergangenheit wohl eine Inflation von Dauerparkern gegeben, die das Parken für Kunden unmöglich gemacht haben. Hand auf´s Herz: Stimmt das? Oder reden wir hier eher von Einzelfällen? Ist der Weg, ALLE Kunden zu stressen und ggf. zu bestrafen, diesem Einzelfall-Phänomen angemessen?
Das bleibt hängen
Und jetzt mal ehrlich: Wenn ich als Kunde einen Strafzettel vor meinem Supermarkt kriege, bleibt nicht das tolle Angebot von letzter Woche im Kopf. Es bleibt: „Die ziehen mich ab.“ – selbst wenn es nicht direkt der Händler ist, sondern ein Dienstleister, der allerdings im Auftrag des Supermarktes handelt. Der Imageschaden landet also beim Händler.
Wer gewinnt hier eigentlich?
Die Parkraumfirmen expandieren weiter und entwickleln sich prächtig. Der Händler selbst aber verliert an Image: Vertrauen, Sympathie, Stammkundschaft. Kunden erzählen diese Geschichten gerne weiter – und zwar nicht positiv. Die Handelsunternehmen stecken Millionen in PR und Marketing, um ein super Image aufzubauen, dann kommt die für den Parkraum zuständige (Bau-) Abteilung und reißt den ganzen Aufwand wieder ein.
Was sagt das Neuro-Marketing dazu?
Seit Jahren arbeitet der Handel an einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Man spricht die Kunden Multisensorisch an, um eine möglichst lange Aufenthaltsdauer zu erreichen. Viele Studien haben gezeigt, dass es einen eklatanten Zusammenhang zwischen Aufenthaltsdauer und Bonhöhe gibt. Also: der Kunde soll so lange wie möglich bleiben und sich dabei ganz besonders wohl fühlen. Mit dem Damoklesschwert des Park-Knöllchens im Hinterkopf erreicht man genau das Gegenteil.
Service sieht anders aus
Die Frage ist also: Warum setzen Händler auf ein System, das ihnen am Ende mehr schadet als nützt?
Vielleicht ist es Zeit, Parken wieder als das zu sehen, was es ist: der erste Teil des Einkaufserlebnisses. Kein Fallstrick. Keine Falle. Sondern ein Signal: „Schön, dass du da bist.“












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