Konsumklima stoppt Abwärtstrend bei -22,3 Punkten
Das GfK Konsumklima zeigt im September 2025 erste Anzeichen einer Stabilisierung. Nach drei Monaten kontinuierlichen Rückgangs stoppt der Abwärtstrend mit einem Anstieg um 1,2 Zähler auf -22,3 Punkte für Oktober. Die Studie basiert auf rund 1.000 Verbraucherinterviews im Auftrag der EU-Kommission.
Einkommenserwartungen kompensieren Rückschlag
Treiber der Erholung sind deutlich gestiegene Einkommenserwartungen. Diese verbesserten sich von 4 auf 15 Punkte und kompensierten damit vollständig den Einbruch des Vormonats. „Die Einkommensaussichten als zentrale Einflussgröße konnten sich wieder stabilisieren“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM.
Für den Handel bedeutet dies gemischte Signale: Während sich die Einkommensperspektive aufhellt, bleiben andere Faktoren problematisch. Die geopolitische Lage und Inflationsängste dürften einer nachhaltigen Trendwende im Weg stehen.
Anschaffungsneigung erreicht Tiefstand
Trotz verbesserter Einkommensaussichten sinkt die Anschaffungsneigung um 1,5 Zähler auf -11,6 Punkte. Dies markiert den niedrigsten Wert seit Juni 2024 mit damals -13 Punkten. Hohe Preise für Lebensmittel und Energie verstärken die Kaufzurückhaltung bei größeren Anschaffungen wie Möbeln oder Elektronikgeräten.
Stationäre Händler erleben diese Zurückhaltung direkt am Point of Sale. Online-Händler können durch flexible Finanzierungsoptionen und transparente Preisgestaltung Kaufhemmungen reduzieren.
Konjunkturpessimismus bremst Nachfrage
Die Konjunkturerwartungen verschlechtern sich zum dritten Mal in Folge und fallen um 4,1 Zähler auf -1,4 Punkte. Zuletzt wurde im Januar 2025 ein niedrigerer Wert von -1,6 Punkten gemessen. Deutsche Verbraucher*innen rechnen nicht mit einer durchgreifenden Wirtschaftserholung.
Diese Einschätzung deckt sich mit Expertenmeinungen, die für 2025 eine Stagnation der deutschen Wirtschaft prognostizieren. Händler müssen sich auf ein anhaltend schwieriges Marktumfeld einstellen.
Sparverhalten bleibt defensiv ausgerichtet
Die Sparneigung verändert sich gegenüber dem Vormonat kaum und bleibt auf erhöhtem Niveau. Verbraucher*innen bevorzugen weiterhin Sicherheit vor Konsum. Diese defensive Haltung spiegelt die Unsicherheit über künftige wirtschaftliche Entwicklungen wider.
Händler können dieser Zurückhaltung mit Value-Angeboten und Preis-Leistungs-Transparenz begegnen. Besonders im Non-Food-Bereich sind kreative Ansätze zur Kaufmotivation gefragt.
Der Konsumklima-Indikator bleibt trotz leichter Erholung auf historisch niedrigem Niveau von -22,3 Punkten. Die Diskrepanz zwischen steigenden Einkommenserwartungen und sinkender Anschaffungsneigung zeigt: Optimismus allein reicht nicht. Erst wenn Verbraucher*innen wieder Planungssicherheit verspüren, wird sich nachhaltiger Konsum entwickeln.

Foto von Andre Taissin auf Unsplash







(c) gmvteam

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