Kathrin Mussmann
Cashless Challenge

Bei Paypal tut sich einiges. In einer gemeinsamen Pressemitteilung des beliebten Bezahldienstes und des Kreditkartenanbieters Visa ist von einem „verbesserten Bezahlerlebnis für Verbraucher“ zu lesen. Dahinter steckt die Meldung, dass die beiden Unternehmen, die bereits in den USA und im Asien-Pazifik-Raum eng zusammenarbeiten, ihre Kooperation nun auch auf europäischer Ebene vertiefen wollen.

In der vergangenen Woche hatte man bereits eine engere Zusammenarbeit mit Apple verkündet. Diese soll Nutzern in Zukunft ermöglichen, Apple-Dienste wie iTunes, App Store oder Apple Music nicht nur auf dem Desktop, sondern auch auf den mobilen iOS-Geräten mit dem Paypalkonto zu verknüpfen. „Sobald PayPal als Bezahlmethode festgelegt wurde, erfolgt die Bezahlung aller zukünftigen Einkäufe mit der Apple-ID des Kunden automatisch mit PayPal“, schrieb der Bezahldienst dazu.

 Bei Paypal stehen die Zeichen klar auf Wachstum.

In der Kooperation mit Visa steckt für Paypal – mit seiner Backlizenz in Europa – sogar noch mehr drin. Neben der digitalen Bezahlplattform, kann das Unternehmen künftig selbst Visa-Konten anbieten. Das erleichtert es Finanzinstituten, ihren Visa Karteninhabern die Möglichkeit zu geben, überall dort zu bezahlen, wo PayPal online akzeptiert wird. Außerdem wird PayPal nun auch von europäischen Unternehmen akzeptiert werden, die das Bezahlen mit Visa an physischen Standorten akzeptieren.

„Die Ausweitung unserer Partnerschaft auf Europa bietet Verbrauchern eine größere Auswahl und Vorteile für Händler“

, sagt Bill Sheedy laut Presseinformation. Womit wir bei der Frage wären, von welchen Vorteilen für Händler der CEO für Europa bei Visa Inc. genau spricht?

Da ist zum Beispiel das Visa Digital Enablement Program (VDEP). Das Programm hat zum Ziel, die Token-Technologie auszuweiten. Mit der Technologie soll dort, wo die Visakarte am POS akzeptiert wird, zukünftig auch das Bezahlen mit dem mobilen Device möglich sein.

Visa geht dem Bargeld an den Kragen.

Was aber noch viel spannender klingt, ist, was Visa jünst in einer Presseinformation als „Cashless Challenge“ angekündigt hat. Wenn es nach dem Willen des global agierenden Unternehmens geht, soll nämlich das Bargeld offensiv aus dem Markt gedrängt werden. Mit einer groß angelegten Kampagne und einem Budget von rund einer halben Million USD möchte Visa Händler belohnen, die ihre Geschäfte komplett bargeldlos betreiben.

Ob das nun wirklich nach Bestechung riecht, wie es der Merkur beschreibt? Vielleicht ist es auch einfach der nötige Anstoß, um die aufwendigen Bargeldprozessen im Einzelhandel in Frage zu stellen und auf moderne und vernetzte Bezahlmethoden zu setzen.

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Titelbild: pixabay CC0 Lizenz

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2 Kommentare
  1. Werner Bornemann sagte:

    Als Einzelhändler, und aus der eigenen Perspektive weiß ich, dass Bargeld Freiheit bedeutet. Natürlich nutze ich auch digitale Zahlungsmethoden, aber ich möchte entscheiden, ob mein Kauf ausgewertet werden kann, oder eben nicht. Meines Erachtens ist es kein nötiger Anstoß, sondern eher ein Anstoß, weil es möglich ist. Und möglich ist es, weil die Sensibilität über die eigenen Daten schleichend „über Bord“ gehen. Ich bin der Meinung, der Endkunde soll entscheiden dürfen, wie er bezahlen möchte, und nicht VISA, PayPal und Co. In meinem Geschäft kann der Kunde selbst entscheiden.

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  2. Kathrin Mussmann sagte:

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich bin ebenso wie Sie der Meinung, dass letzendlich die Bedürfnisse der Shopper ausschlaggebend sind. Dabei muss man sowohl das Thema Ängste und Sensibilität als auch das Thema Bequemlickeit und Mehrwert betrachten. Ich denke, dass sich in diesem Bereich noch viel tun wird. Bleiben wir neugierig!

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